Begriffe des Judentums
Dieses Glossar soll Ihnen helfen, Begriffe des Judentums zu verstehen. Es ist natürlich nur ein Auszug und nicht vollständig.
-
Assarah be'Tewet
-
Nationaler Trauer- und Fastentag, Tag des allgemeinen Kaddisch am 10. Tewet zur Erinnerung an den Beginn der Belagerung Jerusalems im Jahr 588 v.d.Z.
-
Bath-Mitzwah/Bar-Mitzwah
-
Feier zum Anlass der Religionsmündigkeit 12 jähriger Mädchen und 13 jähriger Jungen
-
Bima
-
Podium, Kanzel mit einem Pult oder Tisch für die Thoralesung. Sie wird auch Almemor genannt.
-
Bundeslade
-
Behälter der Gebotstafeln, mit dem Ersten Tempel 586 v.d.Z. vernichtet, Vorbild für den heutigen Thoraschrein.
-
Chanukka
-
Tempelweihefest, zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels unter Judas Makkabäus im Jahr 165 v.d.Z. Chanukka ist ein achttägiges Lichterfest.
-
Chassan
-
Vorbeter, Kantor, auch als Schaliach Zibur: "Gesandter der Gemeinde" bezeichnet; er wendet sich im Namen der Gemeinde während des G'ttesdienstes an G'tt. Dies ist nicht zu verwechseln mit einem "Mittler" zwischen G'tt und den Menschen, wie er im christlichen Priestertum gesehen wird.
-
Chilul haSchem
-
Schändung des Namen G'ttes, öffentliche Übertretung der Gebote, Verführung anderer zum Verstoß gegen die Gebote.
-
Chupa
-
Hochzeit, Hochzeitsbaldachin
-
Davidstern
-
Symbol des Judentums und Staatssymbol der israelischen Fahne.
-
haSchem
-
wörtl.: der Name, eine für Juden beim Gebet übliche Bezeichnung für G'tt, da sie den Namen, der nur in der Thora und in koscheren Schriften im Tetragramm ausgedrückt werden darf, nicht sprechen oder schreiben.
-
Hoschanah Rabba
-
Bittprozession am siebten Tag des Laubhüttenfest
-
Jamim Nora'im
-
Die "furchtbaren Tage", die "Zehn hohen Feiertage" oder auch "Die ehrfurchtvollen Tage".
-
Jiddisch
-
Jüdische Umgangssprache auf der Basis des mittelalterlichen Jüdisch-Deutschen, seit 1880 auch Literatursprache.
-
Jom Kippur
-
Versöhnungstag
-
Jom haAzma'ut
-
Israelischer Unabhängigkeitstag, Tag der Israelischen Staatsgründung am 5. Ijjar 5708, also dem 14. Mai 1948, wird am 5. Ijjar oder am vorhergehenden Donnerstag gefeiert, wenn der 5. auf einen Schabbat fällt.
-
Jom haSchoah
-
Tag des Holocaust und Widerstandes, 27. Nissan.
-
Jom Jerushalajim
-
Jerusalemtag, 28. Ijjar, Halbfeiertag zum Gedenken an die Wiedervereinigung Jerusalems nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967.
-
Kaddisch
-
Heiligkeitsgebet, Gebet der Trauernden als Glaubensbekenntnis an den einen G'tt
-
Kanon
-
Sammlung Heiliger Schriften für das Judentum.
-
Kaschruth
-
Rituelle Reinheitsgebote, rituelle Zulassung.
-
Ketubbah
-
Ehevertrag, geschrieben auf Aramäisch; ein Dokument, das die halakhischen Pflichten des Ehemannes seiner Frau gegenüber beschreibt und die Höhe der Summe festsetzt, die er im Falle einer Scheidung an sie zu zahlen hat. Die Ketubbah wird bei der Hochzeit öffentlich verlesen, vom Bräutigam und zwei Zeugen unterschrieben und dann der Braut übergeben.
-
Kiddusch
-
Segnung, Heiligung, Zeremonie zu Beginn des Schabbat oder eines Feiertages, Segen über den Wein am Schabbat und an Feiertagen.
-
Kidduschin
-
Heiligung, Bezeichnung für die Trauungszeremonie unter der Chupa.
-
Kippah
-
Kappe, Käppchen, Jarmulke, für Männer erforderliche Kopfbedeckung.
-
Koscher
-
Rituell essbar, rituell erlaubt; jüdisch-deutsch für kascher; Wenn etwas nicht koscher ist, so heißt es nicht, dass es "unrein" ist, sondern nur, dass es nicht zugelassen ist. Die Kaschruth schützt also nicht den Menschen vor dem Essen unreiner Dinge (z.B. wird oft der Schutz vor Trichinen-Erkrankungen hinter der Kaschruth vermutet), sondern sie schützt die Natur vor der Ausbeutung durch den Menschen, dadurch, dass der Mensch sich nicht alles aus der Natur nehmen darf. Schweine sind also nicht unrein, sie sind nur nicht zugelassen für den Verzehr.
-
Ma'ariw
-
Tägliche Abendandacht
-
Mazze, Matzah, Mazzoth
-
Ungesäuertes Brot, wir am Pessachfest zur Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten gegessen.
-
Menorah
-
Siebenarmiger Leuchter nach dem Vorbild des Leuchters im Zweiten Tempel, Symbol des Judentums, an Chanukkah wird eine neunarmige Menorah, die Chanukkiah, genommen.
-
Messias
-
Der Gesalbte; Es gibt verschiedene Auffassungen zum Thema Messias, (nahezu) übereinstimmend geht das Judentum aber davon aus, dass der Messias noch nicht gekommen ist. Er wird am Ende der Zeiten die Erlösung bringen, egal ob als Person oder als Zeitalter. Um das Messianische Zeitalter erreichen zu können, müssen die Mitzwoth erfüllt werden, das heißt also, dass jeder Einzelne selbst am Kommen des Messias / Messianischen Zeitalters mitwirken muss.
-
Mesusah
-
Kleiner Ritualgegenstand, der am rechten Türpfosten befestigt wird; in ihm befinden sich kleine Texte aus der Thora - die mesusa gilt als Schutzsymbol
-
Minjan
-
Zehnzahl, Erfordernis der Anwesenheit von zehn religionsmündigen jüdischen Menschen (meist noch Männern) für die Verrichtung bestimmter Gebete und damit auch die Mindestzahl für den Beginn eines G'ttesdienstes.
-
Mincha
-
Nachmittagsgebet
-
Pessach
-
Fest der ungesäuerten Brote. Es dauert 8 Tage und soll an den Auszug aus Ägypten erinnern.
-
Pessach-Haggadah
-
Ritual des Sederabends zu Pessach
-
Rabbiner, Rabbi, Rabbinen
-
"Lehrer", nach sehr langem Studium trifft ein Rabbiner verbindliche Entscheidungen in Rechtsfragen auf der Basis der Halakhah, er muss zusätzlich zum religiösen Studium einen akademischen Studienabschluss haben. In der Gemeinde hat er Aufgaben als Lehrer, Prediger, Seelsorger, im interkonfessionellen Dialog usw. Ein Rabbiner hat keine priesterlichen Aufgaben oder Rechte, sondern ist ein gleichberechtigtes Mitglied seiner Gemeinde. Er wird von der Gemeinde gewählt und bezahlt.
-
Rosch haSchanah
-
Jüdisches Neujahrsfest
-
Schabbat
-
Der siebte Tag der Woche, Ruhetag, Feiertag des Judentums und Zeichen des Bundes G'ttes mit dem Volk Israel.
-
Schacharit
-
Tägliche Morgenandacht
-
Schawu'ot
-
Achttägiges Wochenfest, das sieben Wochen nach Pessach gefeiert wird. Fest der Thoragebung und der Erstlingsfrüchte, die an Schawu'ot zum Tempel gebracht wurden. Es entspricht dem christlichen Pfingstfest.
-
Schemini Azereth
-
Achter Tag des Laubhüttenfestes (Sukkoth), Fest der Thorafreude.
-
Schiwa
-
Siebentägige Trauer
-
Schofar
-
Die Schofar ist ein Blasinstrument aus einem Widderhorn, es wird für kultisch-g'ttesdienstliche Zwecke eingesetzt. Es erinnert an die Geschehnisse um die Bindung Issaks
-
Seder
-
"Ordnung", spezielle liturgische Ordnung für den Pessach-Abend (Pessach-Haggadah).
-
Simchat Thora
-
Letzter Tag des Laubhüttenfestes (Sukkoth), Fest der Thorafreude.
-
Sukkah
-
Laubhütte, gedeckt mit Zweigen, so dass noch Licht durchscheinen kann, dort nimmt die Familie zu Sukkoth ihre Mahlzeiten ein. Manche verbringen Sukkoth ganz in dieser Laubhütte.
-
Sukkoth
-
Siebentägiges Laubhüttenfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten.
-
Synagoge
-
Bejt Knesset, Versammlungshaus; Nach der Zerstörung des Ersten Tempels entwickelten sich Versammlungshäuser, wo man zusammenkam, gemeinsam betete und Thora studierte; nach der Zerstörung des Zweiten Tempels entwickelte sich die Synagoge weiter zum allgemeinen Zentrum der Gemeinde. Sie ist nicht als Ersatz für den Tempel gedacht, denn in ihr befindet sich kein Altar sondern nur ein Lesepult.
-
Tallith, Tallidoth
-
Gebetsmantel, Gebetsschal
-
Talmud
-
wörtl.: Lehre; wichtigstes nachbiblisches Buch des Judentums, Gesetzeskodex.
-
Tefillin
-
Gebetsriemen und -kapseln; werden während des Gebets am Kopf und am linken Arm (Linkshänder re. Arm) befestigt. Sie werden von religionsmündigen Juden entsprechend der Weisung u.a. aus Dtn. 6,8: "Und du sollst sie (die Worte G'ttes) als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Schmuck zwischen deinen Augen sein" angelegt.
-
Thora
-
wörtl: die Lehre, 1.) die fünf Bücher Mose - schriftliche Thora
2.) verbindliche, offenbarte Gesetzesüberlieferung; "schriftliche" und "mündliche Thora" (siehe Mischna)
3.) gesamte religionsgesetzliche Tradition
-
Tischa Be'Aw
-
Trauer- und Fastentag am 9. Aw zum Gedenken an die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels.
-
trefe
-
nicht rituell erlaubt, zum Essen verboten, nicht koscher
-
Tu bi'Schewat
-
Neujahrsfest der Bäume